
Der Nebel liegt noch in den Senken, als die ersten Sonnenstrahlen über die Hügel des Chianti fallen. Reihen von Rebstöcken zeichnen sich ab, dazwischen eine einzelne Zypresse, schwarz gegen das erste Licht. Wer zu dieser Stunde unterwegs ist, versteht in wenigen Minuten, warum diese Landschaft zum Sehnsuchtsort für halb Europa geworden ist.
Drei Etappen, ein Land: Von den Weinhügeln des Chianti über die Ikonenlandschaft des Val d'Orcia bis zur ursprünglichen Weite der Maremma begleiten wir eine Reise durch die Toskana, wie sie sich Fare un Giro vorstellt.

Chianti: der Auftakt zwischen Reben und Zypressen
Zwischen Florenz und Siena erstreckt sich eine Landschaft, die seit Jahrhunderten von einer einzigen Pflanze geprägt wird. Der Chianti lebt vom Weinbau, von kleinen, oft familiengeführten Betrieben, die ihre Rebflächen über Generationen weitergeben. Dazwischen liegen Steindörfer wie Radda, Gaiole oder Castellina, deren enge Gassen sich kaum verändert haben, seit sie im Mittelalter als Grenzposten zwischen den rivalisierenden Städten Florenz und Siena angelegt wurden.
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Wer durch diese Hügel fährt, merkt schnell: Es geht selten darum, viele Orte abzuhaken. Es geht darum, langsamer zu werden. Anzuhalten, wenn sich zwischen zwei Weinbergen plötzlich ein Ausblick öffnet. Stehen zu bleiben, wenn der Duft von frisch gemähtem Gras und warmem Stein in der Luft liegt. Auf der Rundreise von Fare un Giro beginnt genau hier der erste Abend: mit einem Essen, bei dem das Gemüse aus dem eigenen Bio-Anbau der Unterkunft stammt. Ein erster, sehr direkter Beweis dafür, wie eng Landwirtschaft und Gastfreundschaft in dieser Region zusammengehören.
Es geht selten darum, viele Orte abzuhaken. Es geht darum, langsamer zu werden.
Val d'Orcia: das Bild, das alle kennen
Kaum eine Landschaft wurde so oft fotografiert wie das, was südlich von Siena beginnt. Geschwungene Hügel, einzelne Zypressen auf ihren Kuppen, dazwischen mittelalterliche Orte wie Pienza und Montalcino. Die Kulturlandschaft zählt seit 2004 zum UNESCO-Welterbe und ist jenes Bild, das auf unzähligen Kalendern und Postkarten zu sehen ist, lange bevor man selbst zum ersten Mal davorsteht.
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Pienza, im 15. Jahrhundert von Papst Pius II. als ideale Renaissancestadt geplant, ist bis heute kaum größer als ein Dorf und dabei vollständig als Gesamtkunstwerk erhalten. Montalcino thront auf seinem Hügel über den Weinbergen, aus denen einer der bekanntesten Weine Italiens stammt, der Brunello. Auf der Rundreise gehört eine Wein- und Olivenölverkostung direkt beim Winzer zu dieser Etappe. Ein Glas in der Hand, Blick über die Hügel, und plötzlich erklärt sich diese Landschaft von selbst.
Es ist eine Gegend, in der sich Brot, Bohnen und Olivenöl durch fast jedes Gericht ziehen. Der Pecorino Toscano aus der Nähe von Pienza kommt hier in unterschiedlichen Reifegraden auf den Tisch, oft mit einem Löffel Honig oder etwas Birnenkonfitüre. Wer abends durch Montalcino schlendert, findet in jeder zweiten Bar ein Glas Brunello, oft begleitet von Pici, den dicken, von Hand gerollten Nudeln, die im ganzen Landesinneren zu Hause sind.
Maremma: wo die Toskana wild wird
Weiter südlich ändert sich der Charakter der Landschaft spürbar. Die Maremma verbindet Küste und Hügelland und trägt in Teilen noch etruskisches Erbe in sich. Lange galt sie als das Armenhaus der Toskana, ein sumpfiges, malariagefährdetes Gebiet, das erst im 20. Jahrhundert trockengelegt wurde. Gerade das hat ihr bis heute etwas Unverbrauchtes bewahrt: weite Pinienwälder, freilaufende Rinder der Rasse Maremmana und Küstenabschnitte, die auch im Hochsommer nicht überlaufen wirken.

Im Parco della Maremma, einem der ältesten Naturschutzgebiete Italiens, erkundet man die Landschaft am besten selbst, mit dem E-Fahrrad, vorbei an Pinienwäldern, Dünen und immer wieder Ausblicken auf das Meer. Am Abend kommt Wildschwein auf den Tisch, in der Maremma Cinghiale genannt, traditionell mit Wacholder, Rotwein und Kräutern zu einem kräftigen Ragù verarbeitet. Es ist ein passender Abschluss für eine Reise, die im dichten Weinbaugebiet des Chianti beginnt und in der Weite der Küste endet.
Drei Landschaften, eine Region: dicht und geordnet im Chianti, ikonisch im Val d'Orcia, offen und ursprünglich in der Maremma.
Eine Region, drei Geschwindigkeiten
Was diese drei Etappen verbindet, ist weniger eine gemeinsame Landschaft als ein gemeinsamer Rhythmus. Überall in der Toskana bestimmt der Wein den Kalender, die Rebsorte Sangiovese zieht sich als roter Faden vom Chianti Classico über den Brunello di Montalcino bis zum Morellino di Scansano an der Küste, immer wieder neu interpretiert, je nach Boden und Klima. Überall prägen wenige, gute Zutaten die Küche: Brot, Bohnen, Olivenöl, das, was die Saison gerade hergibt. Und überall gilt derselbe Grundsatz: Wer sich Zeit nimmt, bekommt mehr zu sehen als der, der nur durchfährt.
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Die Toskana-Rundreise von Fare un Giro folgt genau dieser Route: vom Chianti über das Val d'Orcia bis in die Maremma, mit ausgewählten Unterkünften und Erlebnissen, die jede Etappe unverwechselbar machen.













