
Alles, was Sie über die Toskana wissen sollten
Die Toskana liegt im Herzen Italiens, zwischen den sanften Übergängen zu Ligurien im Norden, der Emilia-Romagna, Umbrien und Latium im Osten und Süden, und der langen Küste am Tyrrhenischen Meer im Westen. Kaum eine andere Region hat das Bild geprägt, das die Welt sich von Italien macht: Zypressen, die wie Ausrufezeichen in den Hügeln stehen, Weinberge, so weit das Auge reicht, und Städte wie Florenz, Siena oder Lucca, in denen jeder Stein von Jahrhunderten erzählt.
Die Region reicht von den Gipfeln des Apennin im Osten bis zu den Sandstränden der Maremma-Küste im Westen und gliedert sich in zehn Provinzen: Arezzo, Florenz, Grosseto, Livorno, Lucca, Massa-Carrara, Pisa, Pistoia, Prato und Siena. Kaum eine Landschaft hat die Kunstgeschichte so geprägt wie diese: Die Toskana war die Wiege der Renaissance, und ihre Städte, allen voran Florenz mit den Uffizien und dem Dom, Siena mit seinem muschelförmigen Piazza del Campo oder das mittelalterliche Lucca innerhalb seiner intakten Stadtmauer, zählen zu den kunsthistorisch bedeutendsten Orten Europas. Doch abseits der bekannten Kunststädte liegt das, was viele Reisende am meisten in Erinnerung behalten: das Land selbst. Die Hügel, die Weingüter, die kleinen Orte, in denen sich das Tempo automatisch verlangsamt.
Seit 2026 führt auch eine Rundreise von Fare un Giro durch die Region, in drei Etappen: vom Chianti über das Val d'Orcia bis in die Maremma. Jede Etappe zeigt ein anderes Gesicht der Toskana, von den klassischen Weinhügeln bis zur ursprünglichen Küstenlandschaft im Süden, und macht deutlich, wie unterschiedlich sich eine einzige italienische Region anfühlen kann.
Klima und die beste Reisezeit für die Toskana
Das Klima ist typisch mediterran geprägt, entlang der Küste und in den Hügeln mild und ausgeglichen, im Landesinneren mit etwas größeren Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter. Frühling und Herbst gelten als die angenehmsten Reisemonate: Die Temperaturen liegen meist zwischen 15 und 24 Grad, die Landschaft zeigt sich im April und Mai in kräftigem Grün, im September und Oktober in den warmen Farben der Weinlese und der ersten Kastanien. Wer im Herbst unterwegs ist, erlebt zudem die Weinlese in Chianti und Val d'Orcia hautnah mit, ein Moment, in dem sich in vielen Weingütern der ganze Jahresrhythmus bündelt.
Der Sommer bringt viel Sonne und oft über 30 Grad, besonders im Landesinneren rund um Siena und Montepulciano, während an der Küste der Maremma eine leichte Meeresbrise für Abkühlung sorgt. Die Wintermonate sind mild, aber deutlich ruhiger: Nebel zieht morgens durch die Täler des Chianti, die Weinberge liegen kahl und still da, und wer die Toskana ohne die Menschenmengen der Hauptsaison erleben möchte, findet gerade jetzt eine ganz eigene, zurückgenommene Schönheit.
Die Rundreise von Fare un Giro findet zwischen April und Oktober statt, wenn Weinberge, Wanderwege und Küstenabschnitte gleichermaßen ihre beste Seite zeigen.
Drei Etappen, drei Gesichter der Toskana
Chianti
Der Chianti ist das, was viele beim Namen Toskana zuerst vor Augen haben: sanfte Hügel, endlose Zypressenalleen und Weingüter, die sich in die Landschaft schmiegen, als hätten sie schon immer dort gestanden. Die Region liegt zwischen Florenz und Siena und lebt seit Jahrhunderten vom Weinbau, von kleinen, oft familiengeführten Betrieben, die ihre Rebflächen über Generationen weitergeben. Zwischen den Weinbergen liegen Steindörfer wie Radda in Chianti, Gaiole oder Castellina, deren enge Gassen sich kaum verändert haben, seit sie im Mittelalter als Grenzposten zwischen Florenz und Siena angelegt wurden.

Hier beginnt die Rundreise von Fare un Giro mit einem Abendessen, bei dem Gemüse aus dem eigenen Bio-Anbau der Unterkunft auf den Tisch kommt, ein erster Eindruck davon, wie eng Landwirtschaft und Gastfreundschaft in dieser Region zusammengehören. Wer durch den Chianti reist, merkt schnell: Es geht selten darum, viele Orte abzuhaken. Es geht darum, langsamer zu werden, zwischen zwei Weinbergen anzuhalten und den Blick über die Hügel schweifen zu lassen.
Mehr zum Wein der Region, den Unterschieden zwischen Chianti und Chianti Classico und den Qualitätsstufen bis zur Gran Selezione, lesen Sie in unserem Beitrag Chianti Wein.
Val d'Orcia
Kaum eine Landschaft wird so oft fotografiert wie das Val d'Orcia: geschwungene Hügel, einzelne Zypressen auf ihren Kuppen, dazwischen mittelalterliche Orte wie Pienza und Montalcino. Die Kulturlandschaft zählt seit 2004 zum UNESCO-Welterbe und gilt vielen als die Toskana-Ikone schlechthin, jenes Bild, das auf unzähligen Postkarten und Kalendern zu sehen ist und das man erst richtig versteht, wenn man selbst mitten darin steht. Pienza, von Papst Pius II. im 15. Jahrhundert als ideale Renaissancestadt geplant, ist bis heute kaum größer als ein Dorf und dabei vollständig als Gesamtkunstwerk erhalten. Montalcino thront auf seinem Hügel über den Weinbergen, aus denen einer der bekanntesten Weine Italiens stammt.
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Auf der Rundreise gehört eine Wein- und Olivenölverkostung direkt beim Winzer zu dieser Etappe, ein Nachmittag, an dem sich Landschaft und Geschmack der Region wie von selbst erklären. Wer hier steht, mit einem Glas Brunello in der Hand und Blick auf die Hügel, versteht auf einen Schlag, warum diese Landschaft zum Symbol für die ganze Toskana geworden ist.
Weitere Sehenswürdigkeiten und Routentipps rund um Pienza, Montalcino und die berühmte Zypressenallee bei La Foce finden Sie in unserem Beitrag Val d'Orcia Sehenswürdigkeiten.
Maremma
Weiter südlich wird die Toskana ruhiger und ursprünglicher. Die Maremma verbindet Küste und Hügelland und trägt in Teilen noch etruskisches Erbe in sich, weniger herausgeputzt als das klassische Chianti-Bild, dafür weiter und wilder. Lange galt die Region als das Armenhaus der Toskana, ein sumpfiges, malariagefährdetes Gebiet, das erst im 20. Jahrhundert trockengelegt wurde. Genau das hat ihr bis heute etwas Unverbrauchtes bewahrt: weite Pinienwälder, freilaufende Rinder der Rasse Maremmana und Küstenabschnitte, die auch im Hochsommer nicht überlaufen wirken.
Im Parco della Maremma, einem der ältesten Naturschutzgebiete Italiens, erkunden Gäste die Landschaft am besten selbst, mit dem E-Fahrrad, vorbei an Pinienwäldern, Dünen und Ausblicken auf das Meer. Es ist der passende Abschluss einer Reise, die im dichten Weinbaugebiet des Chianti beginnt und in der Weite der Küste endet.

Kulinarik der Toskana
Die toskanische Küche ist bäuerlich geprägt und lebt von wenigen, guten Zutaten statt von Aufwand. Sie gilt vielen als die Urform der italienischen Küche schlechthin, geprägt von Brot, Bohnen, Olivenöl und dem, was die jeweilige Saison hergibt. Ribollita, eine kräftige Suppe aus Weißbrot, Schwarzkohl und weißen Bohnen, gehört ebenso dazu wie Pappa al Pomodoro, ein sämiges Brot-Tomaten-Gericht, das ursprünglich aus der Not entstand, altes Brot zu verwerten, und heute ein fester Bestandteil der Speisekarten ist.
Wer durch das Landesinnere reist, stößt fast überall auf Pici, dicke, von Hand gerollte Nudeln, meist mit einer würzigen Sauce aus Wildschwein oder einfach mit Knoblauch und Tomate serviert. Wildschwein, Cinghiale genannt, ist besonders in der Maremma verbreitet, wo die Tiere noch heute durch die Wälder streifen und traditionell mit Wacholder, Rotwein und Kräutern zu einem kräftigen Ragù verarbeitet werden. Für Fleischliebhaber ist die Bistecca alla Fiorentina ein Begriff: ein dickes Steak vom Chianina-Rind, einer der ältesten Rinderrassen Italiens, meist auf offener Flamme gegrillt und blutig serviert.
Aus dem Val d'Orcia stammt zudem der Pecorino Toscano, ein Schafskäse, der rund um Pienza in unterschiedlichen Reifegraden hergestellt wird, von jung und mild bis kräftig und würzig, oft mit einem Klecks Birnenkonfitüre oder einem Löffel Honig serviert. In der Toskana wird zudem traditionell mit wenig oder gar keinem Salz gebacken, weshalb das Brot außerhalb der Region als eher fade gilt und dafür umso besser dazu geeignet ist, kräftige Saucen und salzige Beilagen aufzunehmen. Zum Abschluss eines Essens gehören häufig Cantucci auf den Tisch, harte Mandelkekse, die traditionell in ein Glas Vin Santo getunkt werden.
Weine der Toskana
Die Toskana ist eine der bedeutendsten Weinregionen Italiens, und fast alles beginnt mit einer Rebsorte: Sangiovese. Sie bildet das Rückgrat des Chianti Classico, dessen Flaschen am schwarzen Hahn, dem Gallo Nero, zu erkennen sind, ebenso wie des Brunello di Montalcino, einer strengeren, langlebigeren Interpretation der gleichen Traube aus dem Val d'Orcia, die je nach Jahrgang viele Jahre im Keller reifen kann, bevor sie ihr volles Potenzial zeigt. Nur wenige Kilometer entfernt entsteht der Vino Nobile di Montepulciano, ebenfalls auf Sangiovese-Basis, aber mit einem eigenen, etwas weicheren Charakter.
Wer es heller mag, findet in Vernaccia di San Gimignano einen der ältesten Weißweine Italiens, frisch und mit feiner Mineralität, benannt nach der Stadt der Geschlechtertürme, die schon im Mittelalter für ihren Weinbau bekannt war. Weiter südlich, in der Maremma, wird aus einem lokalen Sangiovese-Klon der Morellino di Scansano gekeltert, fruchtiger und zugänglicher als seine nördlichen Verwandten und ein guter Begleiter zu den herzhaften Gerichten der Region. So durchzieht ein und dieselbe Rebsorte, immer wieder anders interpretiert, fast die gesamte Toskana, vom dichten Chianti über die Hügel des Val d'Orcia bis in die weite Küstenlandschaft der Maremma.
Jetzt die Toskana-Rundreise von Fare un Giro entdecken
Wer die Toskana nicht nur sehen, sondern in drei Etappen wirklich kennenlernen möchte: Die Toskana-Rundreise von Fare un Giro führt von den Weinhügeln des Chianti über das Welterbe des Val d'Orcia bis in die stille Weite der Maremma, mit ausgewählten Unterkünften und Erlebnissen, die jede Etappe unverwechselbar machen.













